Mittelmeerkrankheiten
Für alle interessierte werden wir uns hier ein wenig diesem Thema widmen und hoffen, dass Sie sich vor einer Adoption mit den verschiedensten Erkrankungsbildern auseinandersetzen, denn es kommt oft vor, dass Hunde aus dem Ausland ihren Koffer mit gesundheitlichen Beschwerden/Problemen mitbringen. Wir sind keine Tierärzte und Sie sollten sich immer einen tierärztlichen Rat einholen, bevor Sie eine Entscheidung treffen. (Stand 08/2025)
+ + +
Update: Am 29.11.2025 haben wir ein online Seminar bei der Hundeakademie in Köln zum Thema Mittelmeerkrankheiten besucht. Wir versuchen regelmäßig an Fortbildungen teilzunehmen und hoffen, dass unsere Bemühungen irgendwann Früchte tragen werden. (Stand 12/2025)
Leishmaniose beim Hund - eine Kurzinfo
Allgemeine Informationen
Insbesondere Tierschutzhunde aus südlichen Ländern, wie zum Beispiel Serbien, können von Leishmaniose betroffen sein. Dabei handelt es sich um eine parasitäre Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch Sandmücken der Gattung Phlebotomus (Schmetterlingsmücken) übertragen wird. Durch den Stich der Mücke gelangen die Parasiten in den Blutkreislauf des Hundes.
Sandmücken kommen überwiegend in wärmeren Regionen vor, wurden aber auch mittlerweile in Deutschland nachgewiesen.
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit kann bis zu sieben Jahre betragen. Infizierte Hunde können über einen langen Zeitraum symptomfrei bleiben, ohne dass die Erkrankung ausbricht.
Mögliche Symptome bei Ausbruch der Erkrankung
Bricht die Leishmaniose aus, können unter anderem folgende Symptome auftreten:
- Haarausfall
- Geschwollene Lymphknoten
- Hautausschläge und schuppige Haut
- Gelenkprobleme
- Nasenbluten
- Starkes Krallenwachstum
- Blut im Kot
- Gewichtsverlust
- Weitere unspezifische Symptome.
Verlauf und Behandlung
Leishmaniose ist nicht heilbar, jedoch behandelbar. Die Erkrankung verläuft häufig schubweise. Stress kann dabei als möglicher Auslöser für einen Krankheitsschub wirken.
Abhängig vom Stadium der Erkrankung können Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel die Symptome unterdrücken und dem Hund ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglichen. Eine dauerhafte Medikation ist nicht in jedem Fall notwendig.
Regelmäßige tierärztliche Kontrollen der Blutwerte sind wichtig und sollten in Abständen von etwa drei bis sechs Monaten erfolgen. Es ist zudem möglich, dass ein erhöhter Titerwert festgestellt wird, ohne dass die Erkrankung jemals klinisch ausbricht.
Kosten und notwendige Maßnahmen
Die Behandlung und Überwachung der Erkrankung kann mit fortlaufenden Kosten verbunden sein:
- Regelmäßige Blutuntersuchungen (jährlich ggf. mehrere hundert Euro)
- Medikamente, z. B. Allopurinol (Urikostatikum), ca. 15,00 EUR pro Packung (100 Tabletten)
- Präparate zur Unterstützung des Immunsystems
- Lebenslang erforderliche purin- und proteinreduzierte Ernährung (Spezialfutter).
Diese finanziellen Aspekte sollten bei einer Adoption unbedingt berücksichtigt werden.
Zoonotisches Risiko
Leishmaniose ist eine Zoonose, das bedeutet, dass auch Menschen infiziert werden können. Das Risiko einer Übertragung vom erkrankten Hund auf den Menschen oder auf andere Hunde wird jedoch als sehr gering eingeschätzt.
Fazit
Ein an Leishmaniose erkrankter Hund kann über viele Jahre symptomfrei oder beschwerdefrei leben. Auch die Lebenserwartung ist nicht zwangsläufig eingeschränkt. Jeder Krankheitsverlauf ist individuell.
Dennoch stellt die Erkrankung sowohl eine emotionale als auch eine finanzielle Herausforderung dar.
Dieses Wissen sollte bei Tieradoptionen unbedingt in die Entscheidungsfindung einbezogen werden! (Stand: 08/2025)